Kreide

Das moderne Portrait in verschiedenen Techniken

Das moderne Portrait in verschiedenen Techniken

Mitte Mai habe ich an meinem letzten Wahlseminar für das Kunststudium teilgenommen. Das Thema interessiert mich schon lange und mit Hilfe meiner JKPP Freunde habe ich auch immer wieder die Portrait-Malerei geübt. Diesmal ging es aber nicht nur um die “normale” Portrait-Malerei.

Aus der Kursbeschreibung auf der Webseite:

Von jedermanns Kindheit bis zu Leonardos Mauerfleck ist die verfremdende physiognomische Wahrnehmung Nährstoff von Deutung und Erkenntnis. Dabei kann auch „nur das innere Bild“ der Physiognomie des Anderen zur Geltung kommen (wie z.B. bei Beckmann, Ensor, Kokoschka, Modigliani, Schiele, Picasso u.a.).

Im Portrait-Seminar wird besonderer Wert auf die eigene Sicht und die subjektive Bildsprache gelegt, wodurch das Erkunden des Gegenübers zugleich die Erkundung des eigenen „Ich“ unterstützt.

Es ging hierbei weniger darum Portraits zu malen, die der dargestellten Person zu 100% ähnlich sieht, sondern der Schwerpunkt lag mehr auf den verschiedenen Techniken, die man bei einem modernen Portrait einsetzen kann.

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind darum mehr oder weniger Zufall. ;-)

Wenn man beim modernen Portrait trotzdem eine bestimmte Person darstellen, ist es vor allem wichtig, dass die Augenpartie stimmt und zum Wiedererkennungseffekt führt.

Ana von JKPP – Pastell Portrait

Ana von JKPP – Pastell Portrait

Auf das erste Portrait folgt gleich ein zweites, und wahrscheinlich noch viele mehr. Auch dieses Portrait ist von einem JKPP Gruppen-Mitglied. Ich habe es auf leicht getöntem Papier (Aktzeichenblock von Vans) mit Pastellkreiden gemalt.

Ana 4 JKPP
Ana 4 JKPP

Ana ist aus Madrid und ihre Bilder auf Flickr kann man hier sehen.

Vernissage in Gmunden

Wenn immer möglich, besuche ich die Vernissagen hier in der näheren Umgebung. Gmunden ist zwar eine knappe Stunde entfernt, aber ich wollte die Gegend schon länger besuchen. Die Vernissage am vergangen Samstag war eine gute Gelegenheit.

Die Galerie 422 ludt zur Eröffnung ihrer Ausstellung von Alfred Haberpointner und Helmut Swoboda ein. Diese Ausstellung ist noch bis 17.5.2014 zu sehen.

Der Salzburger Alfred Haberpointner ist unter anderem bekannt für seine Holzköpfe die er mit der Axt bearbeitet und anschließend mit Beize einfärbt. Seine neueren Arbeiten beinhaltet eine Serie von Wandobjekten, sozusagen 3D-Bildern aus geleimten Holzplatten, die ebenfalls mit der Axt bearbeitet und danach gebeizt wurden.

Der Niederösterreicher Helmut Swoboda malt vorwiegend  Landschafts-Eindrücke und Stimmungen. Anscheinend wurde er ursprünglich mit Bildern vom Dachstein bekannt. Seine Maltechnik beinhaltet eine Grundierung der Leinwand (oder Holztafel) mit Kreide und darüber eine Wachsemulsion und Übermalung mit Eitempera. Er arbeitet dabei in mehreren Schichten, die teilweise wieder abgewaschen werden.
Beide Künstler gehören zur Minimal Art und ich fand nicht sofort einen Zugang dazu. Erst nach und nach entdeckte ich wie beide Techniken eine ungemeine Räumlichkeit und Tiefe vermitteln – die Pigmente die durch Wachs- und Eitempera-Schichten hindurch schimmern trotz der zurückgenommen Farbigkeit (was leider auf den Fotos nicht wirklich zu erkennen ist), und das von der Axt erzeugte Relief, das in den Raum hineingreift. Im zweiten Fall wird die Wirkung noch verstärkt durch das unterschiedliche Auftragen der Beize – jede Kante hat eine dunklere Seite, und zwar im bzw. gegen den Uhrzeigersinn, und das erzeugt einen speziellen Effekt, der fast hypnotisch ist.
Auf jeden Fall fand ich den Besuch der Vernissage und die Auseinandersetzung mit dieser Kunstrichtung als sehr bereichernd.