Persönliches

Glaubensschritte im Sturm – Gedicht

Glaubensschritte im Sturm – Gedicht

Das Gedicht “Glaubensschritte im Sturm” entstand in einer schwierigen Zeit, als ich mich von Menschen, denen ich vertraute, sehr verletzt fühlte.

Glaubensschritte im Sturm

Peitschende Wellen Wellen Wellen Wellen Wellen
Sturm Sturm Sturm
Neeeebel

Das Boot schwankt auf hoher See
ich stehe unsicher auf meinen Beinen
machtlos gegen die Gewalten
machtlos

Ich starre auf die Gestalt im Nebel
und eine sanfte Stimme in mir ruft:
Komm! Vertraue mir!
Komm!

Ich hole tief Luft
ich will es wagen
und lasse den Bootsrand los
Ich steige aufs Wasser …

Ich vergebe meinen Feinden
bete für die, die mich verfolgen
und nehme keine Rache

Ich steige aufs Wasser
und das Wasser trägt mich
das Wasser trägt mich
hoffentlich lange!?!

Und wenn nicht
tue ich es morgen wieder.

*

Peitschende Wellen Wellen Wellen Wellen Wellen
Sturm Sturm Sturm
Neeeebel

Das Boot schwankt auf hoher See
ich stehe unsicher auf meinen Beinen
machtlos gegen die Gewalten
machtlos

Ich starre auf die Gestalt im Nebel
und eine sanfte Stimme in mir ruft:
Komm! Vertraue mir!
Komm!

Ich hole tief Luft
ich wage es wieder
und lasse den Bootsrand los
Ich steige aufs Wasser …

Ich vergebe den Geschwistern dir mir Unrecht tun
ich bete für die, die mich verletzen
und teile keine Seitenhiebe aus

Ich steige aufs Wasser
und das Wasser trägt mich
das Wasser trägt mich
laaaange!

*

Glaubensschritt * Step by Faith
Glaubensschritt * Steps of Faith

Das zu “Glaubensschritte im Sturm” passende Bild hatte ich mehr als ein Jahr davor gemalt. Ursprünglich bezog es sich für mich auf Glaubensschritte in meinem Leben, die ich im Vertrauen auf Gott und sein Reden gehe. Als ich das Gedicht schrieb, entdeckte ich eine neue Dimension von Glaubensschritten – wenn ich unfair behandelt werde, nicht auf mein Recht pochen, mich verteidigen oder zurückschlagen, sondern loslassen, vergeben und vertrauen, dass Gott darüber steht und Dinge zum Guten wenden kann.

So war es auch in der spezifischen Situation, unter der ich sehr gelitten habe und mich hilflos höheren Mächten ausgeliefert fühlte. Im Ende hat Gott meine Glaubensschritte im Sturm für mich zum Segen gewendet.

25 willkürliche Fakten über mich (2015 Version)

25 willkürliche Fakten über mich (2015 Version)

Vor mehreren Jahren (2009?) gab es eine Facebook Meme mit diesem Titel. Ich fand es sehr interessant, die Liste von “25 willkürliche Fakten über mich” von meinen Freunden zu lesen. Und so schrieb ich meine eigene Liste, nachdem ich von mehreren Freunden markiert (getagged) wurde.

Regeln: Wenn du markiert wurdest, dann sollst du eine Notiz schreiben in denen du 25 willkürliche Dinge, Fakten, Gewohnheiten, oder Ziele über dich erwähnst. Zum Schluss markierst du 25 deiner Freunde. Markiere auch die Person, die dich ursprünglich makiert hat. Wenn ich dich markiert habe, dann aus dem Grund, dass ich gerne mehr über dich wissen möchte.

Hier ist also die revidierte Version von “25 willkürliche Dinge über mich” für alle die es interessiert:

1. Ich bin Legastenikerin und habe mir in der Schule mit Deutsch und Englisch sehr schwer getan. Dafür war ich unter den Klassenbesten in Mathematik. Insofern betrachte ich es als Gottes Humor, dass er mich in eine Arbeit mit Sprachen berufen hat. Als Folge davon ging ich als Au Pair nach England um mein Schulenglisch zu verbessern und war ein Jahr lang in Frankreich um Französisch zu lernen. Außerdem lernte ich Holländisch als ich in den Niederlanden arbeitet und Spanisch als ich einen Kurzzeit-Einsatz in Mexiko machte. Ebenfalls für meine Arbeit lernte ich drei afrikanische Sprachen: Sango in der Zentralafrikanischen Republik, Djenaama und Bambara in Mali. Nebenbei lernte ich einige andere Sprachen, die ich aber nicht wirklich sprechen kann, wie z.B. Türkisch und Italienisch. Während der Ausbildungskurse übten wir, wie man eine fremde Sprache ohne Bücher und Kursen lernt, dazu gehörten Amharisch, Kurdisch, Chinesisch, Lingala, Suaheli. Aber von den meisten weiß ich heute nur noch ein Wort.

2. Ich kann praktisch kein Buch oder Artikel lesen, ohne Tippfehler und Formatierungsfehler zu finden. Ich suche sie nicht, aber sie springen mich an.

3. Daheim durfte ich nicht Dialekt sprechen (von meinen Eltern aus) und so klang meine Aussprache relativ “deutsch” (statt österreichisch). Das war so schlimm, dass manche Österreicher nicht glauben konnten, dass ich Österreicherin bin, vor allem nach dem ich drei Jahre lang in Deutschland auf der Bibelschule war. Anderseits ist es für Deutsche keine Frage, dass ich aus Österreich bin. Das ist bzw. war ein ziemlicher Identitätskonflikt.

4.  Eigentlich hasse ich Reisen, aber ich mache es dauernd im Kontext um Gottes Berufung zu erfüllen. Ich habe in den folgenden Ländern mehr als drei Monate gelebt: Österreich, Deutschland, Niederlande, Großbritannien, Mexiko, Frankreich, USA, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Mali. Ich habe folgende Länder besucht: Italien, Jugoslavien, Ungarn, Rumänien, Tschechoslovakei, Polen, Schweiz, Belien, Spanien, Zaire, Tschad, Kenia, Senegal, Elfenbeinküste, Dominikanische Republik, Kroatien, Griechenland und vielleicht hab ich noch welche vergessen. Unter anderem war ich auch drei Mal als Bibelschmuggler in Osteuropa vor dem Fall des Eisernen Vorhangs unterwegs. Zur Zeit habe ich das Reisen drastisch reduziert, das sie vermutlich zu meinem Burnout beigetragen haben.

5. Meine ursprüngliche Berufsausbildung war in Kunststofftechnik. Diese Ausbildung absolvierte ich während der Oberstufe des Gymnasiums, am Technologischen Gewerbemuseum in Wien (eine HTL Schule). Ich hätte zwei Jahre in der Branche arbeiten müssen, um meinen Ingeneurstitel offiziell zu beantragen, aber das habe ich nicht gemacht.

6. Mich faszinieren andere Kulturen und ich liebe es kulturelle Unterschiede und persönliche Eigenarten zu beobachten und zu analysieren. Ich liebe es auch Vermutungen anzustellen, woher andere (die ich in der Öffentlichkeit sehe) kommen und welche Sprache sie sprechen,

7. Ich bin sehr organisiert und liebe Logik-Puzzles. Meine Vorliebe für Krimis fällt vermutlich auch in diese Kategorie.

8. Ich brauche einen Rahmen für alles, ansonsten ergeben Detail-Informationen keinen Sinn für mich. Vermutlich bedeutet das, dass ich eine globale Denkerin bin.

9. Ich habe mit 14 Jahren meinen ersten Fotoapparat bekommen (zur Konfirmation) und habe seither immer viel und mit Freude fotografiert. Im Zuge dessen habe ich auch viel über Bildkomposition gelernt. Oder vielleicht sollte ich sagen, dass ich es intuitive richtig gemacht habe und das hat mir auch beim Malen sehr geholfen.

10. Ich gehöre zum Stamm der “Jäger und Sammler” – während meiner Kindheit bedeutete das, dass ich Frösche, Eidechsen und Heuschrecken gefangen habe, sowie Briefmarken, Münzen, getrocknete Pflanzen, Liedtexte usw gesammelt habe. Heutzutage beschränkt sich meine Sammelleidenschaft vor allem auf digitale Inhalte – Fotos, Musik, Computerspiele, Liedtexte, Artikel, usw. Außerdem stecke ich heute keine toten Mäuse in die Inbox von Kollegen. ;-)

11. Ich liebe alle Arten von Tanz. Ich begann sogar mit 16 anderen Tänze beizubringen. Einmal habe ich den Evangelischen Ball in Wien zusammen mit Bischof Oskar Sakrausky eröffnet – er war ein sehr guter Tänzer. Während eines Heimat-Aufenthalts habe ich Eintrittskarten zum Concordia Ball (Ball des Österreichische Presseklubs) im Wiener Rathaus gewonnen. Es war eine Herausforderung innerhalb bon drei Tagen die nötigen Utensilien (Kleid, Schuhe, etc.) UND einen geeigneten Tanzpartner zu finden. Aber es hat geklappt und wir hatten viel Spaß.

12. Während der Volksschule lernte ich Blockflöte spielen. Während der Bibelschule lernte ich Gitarre. Und während eines Heimat-Aufenthalts begann ich Klarinette zu lernen. Ich habe es auch mit Panflöte versucht, aber bin nicht weit gekommen.

13. Während dem erwähnten Heimat-Aufenthalt nahm ich auch Gesangsunterricht und konnte sogar bis zum hohen B singen. In einem späteren Heimataufenthalt habe ich dann meine Bauchstimme entdeckt. Ich kann relativ schnell wo mitsingen, aber beim Solo Gesang habe ich leider meine Probleme.

14. Ich liebe Musicals. Während meiner Kindheit hörte ich oft die Aufnahmen von West Side Story, My Fair Lady, der Mann von La Mancha, Anatevka (Fiddler on the Roof), Porgy und Bess, etc. weil mein Vater sie auf Band besaß  – auf uralten großen Bänder.

15. Ich habe eine sehr große Verwandtschaft, die sogar afrikanische Freunde beeindruckte. Meine Mutter hatte 7 Geschwister und mein Großvater 12. Einer meiner Urgroßväter reiste während seiner Gesellen-Jahren durch ganz Europa – Dresden, Wien, Triest, Lyon, Paris, London. Schlussendlich heiratete er in Paris eine Frau, die ihm aus der Heimat nachgeschickt worden war. Eine andere Linie meiner Vorfahren reicht zurück zu den Hugenotten in Frankreich. Sie flohen dann in die Tschechoslowakei und kamen dann später nach Österreich.

16. Zu meinen beliebtesten Fotomotiven gehören Sonnenuntergänge und andere Sonnen Stimmungen und Wolken. Sie beruhigen mich in erstaunlicher Weise. Vögel zu beobachten berührt mich in tiefer Weise. Und auf Wasserflächen zu schauen ist für mich therapeutisch.

17. Ich bin eine Forscher-Natur und sehr neugierig. Das ist eine große Hilfe bei unbekannten Nahrungsmitteln. So habe ich unter anderem  folgende Dinge gegessen: Stachelschwein, Schlange, Buschratte, Affe, Gazelle, Elefantenrüssel, Elefanten-Eingeweide, Katze, Riesen-Frosch (3 kg! siehe Foto für alle, die es nicht glauben können), Raupen, Termiten, Heuschrecken. Elefantenrüssel ist das zarteste Fleisch das man sich vorstellen kann. Raupen mit Koko Blättern in Erdnuss-Soße war mein Lieblingsessen in der Zentralafrikanischen Republik.

Giant Frog * Riesenfrosch
Giant Frog for Lunch * Riesenfrosch zum Mittagessen

18. Mit 14 Jahren habe ich in einem Verkehrs-Quiz ein Fahrrad mit drei Gängen gewonnen. Mit diesem bin ich viele Jahre gefahren. Leider wurde es mir in den Niederlanden gestohlen, kurz bevor ich wieder nach Österreich übersiedelte.

19. Zu einem entspannenden Urlaub gehört für mich viel Lesen und Schwimmen, am liebsten im Meer mit vielen Wellen. Ein besonderes Zuckerl ist für mich, wenn es eine Möglichkeit zum Windsurfen gibt. Leider passiert das nicht sehr oft.

20. Ich halte mich nie an ein Kochrezept sondern verändere sie immer nach meinem Geschmack und nach dem was gerade im Kühlschrank ist. Das nennt sich auch Kreativität.

21. Ich habe Lehrgeld bezahlt bis ich begriff, dass die Pflege von Beziehungen wichtiger ist als beim Telefonieren Geld zu sparen.

22. Für die längste Zeit war ich “Halb-Afrikanerin” was die Temperaturen angeht. Ich hasste Kälte und alles unter 26 Grad war für mich zu kalt. Allerdings hieß das nicht, dass ich es gerne heiß hatte, z.B. über 32  Grad. Während der letzten Jahre in Österreich hat sich mein Körper wieder adaptiert. Zum Glück! Sonst wäre ich schon steif gefroren.

23. Für mich gibt es keine schwarzen Menschen, selbst in Afrika nicht, denn selbst jene die wir schwarz nennen, sind oft verschiedene Braun-Schattierungen. In meinen Träumen haben alle Menschen die gleiche Hautfarbe. Ich erkenne dann Freunde in meinen Träumen nicht an ihrer Hautfarbe sondern an ihrer Verhaltensweise.

24. Ich liebe es Gott mit Liedern anzubeten und wenn immer möglich auch mit improvisiertem Anbetungstanz. Ich hatte lange davon geträumt, und der letzte Anstoß kam von einem Fuller Kollegen und Therapeuten, dessen Künstlername Picasso ist.

25. Last but not least – seit der ursprünglichen Meme habe ich entdeckt, dass ich HSP (highly sensitive person, d.h. hochsensible Person, oder auch Sensorische-Verarbeitungs-Empfindlichtkeit genannt) bin. Das war ein Riesen Aha-Erlebnis, weil es so vieles erklärt was ich über mich selbst wusste. Ich schrieb damals eine Blogeintrag, der großteils heute noch stimmt. [Dieser Punkt ersetzt den Punkt Malen, der nun keine Überraschung mehr ist.]

Ich würde liebend gerne mehr über meine Leser erfahren

Wenn du schon einmal so eine Liste geschrieben hast, kannst du gerne den Link unten als Kommentar posten.

Wenn nicht, dann würde ich dich bitten 1-4 willkürliche Fakten über dich unten als Kommentar zu posten.

 

Talita kum – Auferstehung zu neuem Leben – Wachsalben Malerei

Talita kum – Auferstehung zu neuem Leben – Wachsalben Malerei

Gelähmt vor Angst sitzt eine Person in der Höhle. Der Pfad zum Ziel führt an einem Abgrund vorbei. Die Angst davor hält sie davon ab, den Gipfel zu erreichen und aufzublühen. Wer kennt das nicht?

Angsthöhle * Fear Cave
Angsthöhle * Fear Cave

Talita kum – Komm, blühe auf! 

Für jeden ist es etwas anderes, das uns lähmt und davon abhält, ein Ziel zu erreichen: Angst vor dem Versagen? Angst sich lächerlich zu machen? Angst vor großer Verantwortung? Angst nicht gut genug zu sein? Angst ausgeschlossen zu werden? Angst vor Einsamkeit? Angst vor dem was andere über mich denken?

Gott zeigte mir mit diesem Bild, dass meine Femininität zusammen gekauert, erstarrt vor Angst, verkümmert und halbtot in der dunklen Höhle saß. Der Abgrund heißt „falsche Weiblichkeit“ – Frauen deren Lebensinhalt aus rosa Rüschen und Tee trinken aus zerbrechlichen Porzellantassen mit ausgestrecktem kleinen Fingern besteht. Aus Angst in diese Stereotypen zu fallen, traute ich mich nicht, den Pfad zum Aufblühen zu gehen.

Jesus rief „Talitha kum!“ und erweckte mich und meine Femininität zu neuem Leben. Ich konnte nur staunen, wie sich in den Monaten danach viele Dinge in meinem Leben ganz von selbst änderten. Die Veränderungen waren Ausdruck der erlebten Heilung.

***

Jesus nahm das Mädchen bei der Hand und sagte: »Talita kum!«
Das heißt übersetzt: »Steh auf, Mädchen!« 
Mk 5,41

Sprache des Herzens

Während der letzten Woche habe ich in Gedanken die Anbetungszeit für den Englisch-sprachigen Abendgottesdienst vorbereitet. Nach einiger Zeit merkte ich, dass alle Lieder, die mir einfielen, ein ähnliches Thema hatten – Gott unsere Zuflucht in schwierigen Zeiten. Als ich mir dann die Liedtexte näher ansah, fiel mir auch auf, dass alle

  • von Psalmen inspiriert waren, und
  • Bilder und Symbole verwendeten, in denen sie Gott als Zuflucht, Burg, Zufluchtsort, hohen Fels, Rüstung, Schild, usw beschrieben. Mein Lieblingsbild ist der “Schatten seiner Flügel”.

Das erinnerte mich an etwas, das ich von Leanne Payne gelernt habe – Symbole sind die Sprache unseres Herzens. Sie spechen uns in einer Tiefe an, mit der keine verkopfte Lehre konkurieren kann.

Kein Wunder also, dass diese Lieder so zu mir sprechen. Preist den Herrn für die Autoren der Psalmen, die diese Worte als Erste aufschrieben und für jene, die daraus Anbetungslieder machten.

Eines meiner Lieblingslieder ist von Hillsongs Australia:

Hide me now
Under Your wings
Cover me
Within Your mighty Hand.

When the oceans rise and thunders roar
I will soar with You above the storm
Father, You are King over the flood
I will be still and know You are God

Find rest my soul
In Christ alone
Know His power
In quietness and trust

Ü:

Verbirg mich jetzt
unter deinen Flügeln,
Bedecke mich
mit deiner mächtigen Hand.

Wenn die Meere sich erheben
und der Donner grollt
werde ich mich mit dir
über den Sturm erheben.
Vater, du bist der König
über den Fluten
Ich bin still und weiß
du bist Gott.

Komm zur Ruhe meine Seele
in Christus alleine
Kenne seine Macht
in Stille und Vertrauen.

Ich bete, dass dich das auch segnet.

Gott redet durch Schmerz

Nachdem ich den letzten Eintrag geschrieben hatte, fiel mir die Parallele zu einem Zitat ein, dass mir vor 10 Jahren sehr wichtig wurde, und über das ich seither immer wieder nachgedacht habe.

„Eine bedeutsame Frage, die uns einer unserer seelsorgerlichen Berater damals vorlegte, war: Wirst du dich mit deinem Schmerz beschäftigen, den du als Folge deiner Zerbruchserfahrung erlebst, und dich dagegen wehren, ODER wirst du zulassen, dass dieser Schmerz zu einem Umfeld wird, in dem Gott zu dir über Dinge sprechen kann, die er als äußerst wichtig erachtet? Du hast die Wahl.

… Es war keine einmalige Entscheidung. Wir mussten sie im Laufe der Zeit immer wieder treffen. … Sollen wir den Schmerz bekämpfen oder lassen wir zu, dass dieser Schmerz eine Atmosphäre bewirkt, in der Gott zu uns reden kann? Meisten, haben wir uns für die zweite Möglichkeit entschieden.“

(aus “Rebuilding Your Broken World” by Gordon MacDonald, auf Deutsch “Wenn alles zerbricht” http://www.amazon.de/alles-zerbricht-Schritte-pers%C3%B6nlichen-Neuanfang/dp/3925352333/ref=sr_1_33?ie=UTF8&s=books&qid=1199701781&sr=8-33)

Im Blick auf meinen letzten Eintrag – hier scheint ein ähnliches Prinzip zu wirken – nur wenn wir den Schmerz aushalten, kann Gott an den tieferen Schichten unseres Seins arbeiten, an den Dingen, die wir sonst gerne mit verschiedenen Ersatzbefriedigungen übertönen und uns nur ungern den zugrunde liegenden Problemen stellen.

Sicherheit

Wir alle brauchen Sicherheiten, manche mehr, andere weniger.

In einem Gespräch mit einer Kollegin letzte Woche wurde mir bewusst, wie sehr mir die Unsicherheit, Ungewissheit, Unklarheit der Zukunft zu schaffen macht. Ich tue mir unheimlich schwer, nicht zu wissen, wie es ab Juli genau weitergeht. OK, es gibt Überlegungen und Pläne über Juli hinaus, und im Moment spricht nichts dagegen, diese auch umzusetzen. Aber dann gibt es Situationen, wo ich praktische Vorbereitungen treffen möchte, und nicht die innere Freiheit habe. Das verunsichert mich sehr. Warum scheint mich Gott einzubremsen? Was spricht dagegen, manche Dinge umzusetzen? Ist vielleicht irgendetwas ganz anderes dran, von dem ich nichts ahne? Ich tue mir echt schwer damit. Im Gespräch merkte ich dann, dass ich versucht bin, in anderen Bereichen Sicherheiten zu schaffen, indem ich langfristige Entscheidungen treffe, die noch nicht dran sind. Die Kollegin meinte, dass Gott mich vielleicht lehren möchte, in der Gegenwart zu leben und nicht meine Sicherheit in einer durchplanten Zukunft zu suchen. Vielleicht will der Herr selber in dieser Unsicherheit meine Sicherheit sein, mich lehren meine Sicherheit alleine in ihm zu suchen, nicht in klaren Zukunftsplänen und festen Strukturen. Wahrscheinlich hat sie recht. Nur das ist alles andere als einfach. Diese menschlichen Sicherheiten nicht zu haben, tut mir fast körperlich weh.

Heute früh kam mir der Gedanke, dass das eine Art “redemptive suffering” (wörtl. erlösendes Leiden, keine Ahnung ob es ein deutsches Äquivalent gibt) sein könnte. Den Ausdruck habe ich erst unlängst in Zusammenhang mit Abhängigkeiten gehört (weiß nicht mehr wo). Der Grundgedanke ist, dass wenn wir eine Spannung / Schmerz / Gefühl / Problem nicht aushalten können, dann tendieren wir dazu diese(n) mit einer Ersatzbefriedigung zu betäuben = Suchtverhalten. Wir leiden dann in weiterer Folge an den Auswirkungen des Suchtverhaltens, z.B. Gesundheitsprobleme, Übergewicht, Kater, etc. Wenn wir uns dieser Ersatzbefriedigung/Betäubung der Gefühle versagen, dann leiden wir auch. Aber diese zweite Art zu leiden ist “redemptive” (erlösend), weil Gott dann an dem eigentlichen Problem arbeiten kann.

Vermutlich ist das genau die Spannung, die ich im Moment erlebe. Es scheint fast unerträglich die Unsicherheit auszuhalten, aber nur wenn ich bereit bin, sie mit Gottes Hilfe auszuhalten, werde ich das Ergebnis erleben, das Gott sich dabei gedacht hat.

Ihr könnt also mitbeten, dass ich Gott nicht aus der Schule laufe.

Warten auf Klarheit

Nun muss ich hier endlich aufholen. In meinem englischen Blog habe ich in letzter Zeit mehrere Zitate erwähnt, aber nicht die Zeit gehabt, sie sofort zu übersetzen. Also, hier sind sie:

Beten um Klarheit -
Das habe ich in den letzten Monaten oft gemacht und auch andere darum gebeten. Insofern ist folgendes Buchzitat sehr relevant:

Als der brilliante Moralist John Kavanaugh für drei Monate im “Haus der Sterbenden” in Kalkuta arbeitete, suchte er eine klare Antwort auf die Frage, wie er den Rest seines Lebens verbringen soll. Am ersten Morgen dort traf er Mutter Theresa. Sie fragte ihn, “Und was kann ich für dich tun?” Kavanaugh bat sie, für ihn zu beten. “Was möchtest du, dass ich für dich bete?” fragte sie. Er äußerte das Anliegen, das er tausende von Kilometern von den USA mit sich gebracht hatte: “Bete, dass ich Klarheit habe.”
Sie antwortete sehr bestimmt, “Nein, das werde ich nicht tun.” Wenn er sie fragte warum, sagte sie, “Klarheit ist das letzte woran du dich klammerst und das du loslassen musst.” Wenn Kavanaugh die Bemerkung machte, dass sie immer die Klarheit zu haben schien, die sie wollte, lachte sie und sagte, “Ich habe nie Klarheit gehabt; was ich immer hatte war Vertrauen. Ich werde für dich beten, dass du Gott vertraust.”

(aus Brennan Manning, Ruthless Trust, Harper San Francisco, © 2000, S 5, in John Wile, The Crossroads of Decision, May 2007, Encouragement Online Magazin, http://www.barnabas.org/magazine.php)

Warten -
Nachdem es in letzter Zeit meine Hauptaufgabe war, “auf Gott zu warten”, fand ich das folgende Zitat sehr interessant und hilfreich:

Während wir auf den Herrn warten, sollen wir weiterhin gute Daten sammeln, gottesfürchtige Ratschläge suchen, und sogar anfangen, erste Schritte zu gehen. Gott leitet uns oft in diesem Prozess während wir seine Führung suchen. Wenn wir Gott seinen rechtmäßigen Platz in allen Dingen geben, verspricht er uns, seinen persönlichen Rat mit uns zu teilen. Das hebräische Wort sod in Psalm 25,14 und Sprüche 3,32 kann man mit “geheimen vertraulichen Rat” übersetzen, und er ist für jene da, die Gott fürchten und suchen.

(aus The Stress Factor: Internal Stress and Making Decisions, by Lee Hotchkiss, in Encouragement, the online magazine, http://www.barnabas.org/magazine.php?release=2007-05&ar_id=9)

Tod oder Leben

“In Gottes Wirtschaft ist es so, dass wo immer etwas stirbt, wird neues Leben entstehen.”

Eine Freundin hatte diesen Auspruch auf einer Konferenz gehört. Als wir darüber sprachen, wurde mir bewusst, wie sehr sich das auf mich und auf das letzte halbe Jahr anwenden läßt. Ja, es gab einige schwerwiegende Verlusterfahrungen (Tod), die ich betrauen musste. Vielleicht die schwierigste war “verlorenen Zeit” und ich bin noch immer dabei zu lernen, was es heißt, diese zu betrauern. Die Aussage ermutigt mich, erwartungsvoll auf Gott zu schauen, und was er aus diesen Verlusten machen wird (neues Leben). Ich kann bereits einige guten Dinge sehen die daraus entstanden, dass ich länger Zeit in der Hauptstadt festsaß (bis das Auto fertig repariert war): neue Beziehungen, die das Potential für tiefere Freundschaften haben; wichtige Lernprozesse in meiner Beziehung zum Herrn (z.B. mehr von ihm abhängig zu sein, und nicht von anderen Dingen, wie meine Fähigkeit Dinge zu bewerkstelligen); Gelegenheiten für Forschungsarbeit, die ich nicht geplant hatte; hilfreiche Kontakte mit Leuten, die kurz danach das Land verließen.

(Nachtrag von Dezember)

Gott ist am Wirken

Ich wollt euch schon die längste Zeit ein Update über die Zeit seit dem Unfall geben, aber hatte irgendwo nicht die Kraft dazu. Gott gebraucht die momentane Situation um an mir zu arbeiten, dafür bin ich dankbar. Vor zwei Wochen war unser jährliche Frauenfreizeit und das Team war ein großer Segen. Ich habe es sehr genossen, obwohl ich teilweise zu müde war und manche Programmpunkte auslassen musste.

Manche der Lernprozesse, die ich mit euch teilen wollte, sind direkt mit den Dingen verbunden, die auf der Freizeit gesagt, gebetet oder gesungen wurden. Wie die Rednerin sagte, war das Wochenende wahrscheinlich ein Wendepunkt für mich. Ich bin auf dem Weg zur Wiederherstellung, aber es scheint ein sehr langer Weg und ich komme nur langsam vorwärts. Kurz nach dem Wochenende hatte ich auch meine erste Online Unterhaltung mit einem Mitglied unseres „member care teams“ (Team zur Mitgliederpflege). Ich kannte sie von einem Workshop vor ein paar Jahren und ihre Einsichten waren mir eine große Hilfe.

Also, was ist Gott dabei, mir beizubringen?

• Die erste wichtige Einsicht hat mit einer Sicherheit in Gottes Liebe zu tun. „Die Mächte der Finsternis fürchten jene am meisten, die zuversichtlich und sicher in Gottes Liebe sind.“ Da merkte ich, dass das etwas ist, was Gott mir im Zusammenhang mit dem Heilungsprozess im letzten Jahr geschenkt hat, in einem Ausmaß, das ich mir vorher nicht hätte träumen lassen. Ja, ich bin verwurzelt in seiner Liebe. Ich weiß, dass er mich bedingungslos liebt, und dass er mich nicht verurteilt, egal wie unvollkommen ich bin. Hätte ich diese Sicherheit während der letzten schwierigen Wochen und Monaten nicht gehabt, dann hätte ich vielleicht bereits das Land verlassen. Das gab mir zusätzliche Kraft, der ich mir nicht einmal bewusst war. Die geistlichen Angriffen haben mich nicht mit voller Kraft treffen können.
• Während die Rednerin für mich betete, hatte sie den Eindruck, dass all die Probleme der letzten Zeit eine Vorbereitung und Läuterung für einen zukünftigen Dienst sein könnte. Das war vielleicht die wichtigste Einsicht. Nicht nur hat das meine Frage der letzten Monate beantwortet – wie soll ich all diese Probleme und den Stress einordnen – sondern es gab mir auch eine neue Perspektive. Die Probleme mögen geistlicher Angriff gewesen sein, aber sie sind auch Teil von Gottes “Trainingsprogramm”. Das geht für mich einen Schritt weiter als zu sagen, dass Gott alle Dinge zum Guten gebraucht. Sie dienen sogar einem Zweck.
• Auf Grund dieser Einsicht wurde mir auch bewusst, dass einer meiner Schwachpunkt ist, mit mehreren Problemen gleichzeitig auszuhalten, vor allem wenn ich mich davon überwältigt fühlte. Gott will mir nun helfen damit besser um zu gehen und zwar in seiner Kraft, nicht in meiner.
• Das Mitglied des “member care teams” fragte mich, was ich mir in diesen Situationen selber sage. Als ich nachdachte merkte ich, dass ich mir unbewusst sage: das ist zu viel, das halte ich nicht aus, das ist nicht fair, – und schlussendlich – ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr. Diese Unwilligkeit mich Problemen zu stellen verhinderte, dass ich in diesen Situationen aus Gottes Kraft lebte. Jetzt lerne ich langsam mich auf Gottes Kraft zu verlassen und ihm zu vertrauen, dass seine Gnade in meiner Schwachheit ausreicht, um die Probleme zu bewältigen. Es ist erstaunlich was diese unbewussten Selbstgespräche für einen Unterschied machen können.
• Als sie meine Gebetsmails der letzten Monate anschaute, stellte sie fest, dass ich mindestens vier größere Verluste und sehr viele zusätzliche Stressfaktoren erlebt habe (bisher habe ich 26 Stressoren identifiziert und entdecke immer noch mehr). Ihre Frage war darum, ob ich diese Verluste betrauert habe. Nein, hatte ich nicht. Das war nun Teil meiner “Wiederherstellungs-Arbeit” der letzten Wochen. Unter anderem habe ich eine Abschiedsbrief an Fatomata geschrieben, die im Juli gestorben ist.
• Sie gab mir auch einen sehr hilfreichen Artikel von Henri Nouwen zu lesen, wodurch mir manches klar wurde. Der Artikel unterstreicht z.B. die Notwendigkeit loszulassen und Gott wirken zu lassen (Gleichnis von einem Fluss der gegen seinen Willen in der Wüste verdunstet aber gerade dadurch zum Segen wird). Es geht darum, nicht alles kontrollieren zu wollen. Was aber schwierig ist, wenn man sich von den Umständen wie ein Spielball herumgeworfen fühlt. Ich merkte auch, dass sich bei mir eine ganze Menge Frust angesammelt hat, über diese Umstände und die damit verbundenen Menschen. Ich bin noch dabei diese Liste aufzuarbeiten. Interessanter Weise merkte ich, dass ich im Bezug auf den Unfall selber überhaupt keine Verstimmung fühlte. Durch den Artikel wurde mir bewusst, dass ich nach dem Unfall so dankbar war, dass da kein Platz für Groll war. Dankbarkeit ist ein gutes Gegenmittel gegen Bitterkeit.
• Letztes Wochenende hörte ich die „Sacred Romance“ zu Ende (als Hörbuch). Ein Absatz wurde mir besonders wichtig: es ging darum, dass Gott geistlichen Kampf gebraucht, um uns in engere Gemeinschaft mit sich zu ziehen. In gewisser Weise unterstreicht das die oben erwähnten Gedanken. Wir stehen in einem geistlichen Kampf, aber nicht weil Gott die Kontrolle verloren hat oder weil wir zu wenig dem Freund widerstehen. Der Autor sagt dann sinngemäß:
„Geistlicher Kampf fängt an sich anders anzufühlen. Das Ganze dreht sich nicht mehr um Satan. Es geht um unsere Gemeinschaft mit Gott, unser Bleiben in Jesus. Der strittige Punkt ist, sich auf Gottes Güte zu konzentrieren, statt auf den Feind und seine Angriffe. Der einzige Grund sich mit seinen Angriffen zu beschäftigen, ist um seine Lügen zu entlarven.“
• Das Hörbuch erinnerte mich auch an Jakobus 1 – Schwierigkeiten sind ein Grund zu reiner Freude, weil Gott uns dadurch in Vertrautheit mit sich wachsen lässt. Oder wie es das „Life Model“ formuliert – damit wir in Reife wachsen. Das war ein Thema das mir schon vor ein paar Monaten wichtig wurde. Wie schnell habe ich die Lektion vergessen!
• Sein statt Tun: Das war ein Thema das mich im Sommer oft beschäftigt hat. Ich habe mich öfters gefragt, ob all die Problem in den Sommermonaten, die mich daran hinderten meine eigentliche Arbeit zu tun, nur eine Lektion im „Sein“ waren? Der Eindruck wurde nun durch den Artikel von Nouwen verstärkt. Wir müssen vertrauen, dass unser Dienst nicht so sehr das ist was wir tun, sondern dass eine Kraft von uns ausgeht wenn wir in Jesus bleiben.

Nun bin ich dabei diese Einsichten in die Praxis zu setzen. Die letzten Wochen waren außerdem eine echte Geduldsschule. Im Moment lerne ich vor allem Nichtstun, weil ich oft keine Kraft habe das zu tun was ich gerne würde. So geht es darum auf den Herrn zu hören, in allen Problemen in ihm zu ruhen, vor allem in meiner momentanen Kraftlosigkeit. Das bedeutet totale Abhängigkeit von Gott, da ich nie weiß, wann ich genug Energie habe, um etwas praktisch zu tun.

Letzte Woche hatte ich jede Menge Gelegenheit die Einsichten anzuwenden: Am Dienstag kriegte ich das Auto aus der Werkstätte, die es neu lackiert hat. Am Mittwoch dachte ich, ich würde die letzte Reparatur erledigen können. Dabei entdeckte ich drei neue Probleme. Außerdem hatte ich zwei Mal Probleme mit der Polizei (nicht meine Schuld). Das waren viele Stressfaktoren in einem Tag (oder genau genommen in eine halben Tag). Aber ich war dankbar zu sehen, dass ich relativ gut damit umgehen konnte. Anderseits hat mich das so erschöpft, dass ich dann zwei Tage lang nichts tun konnte. Samstag bemühte ich mich eines der neuen Probleme zu lösen, nur um dabei ein weiters zu entdecken als ich von der Polizei angehalten wurde – seit zwei Tagen sind getönte Autoscheiben hier verboten. Während ich das schreibe ist ein Mechaniker dabei, die Sonnenfolien abzunehmen (das bedeutet leider weniger Schutz vor der Sonne für uns und unsere Einkäufe.) Ich finde es noch immer schwierig, mit diesen Widrigkeiten umzugehen und sie als Teil des normalen Alltags zu betrachten. Vermutlich ist das etwas, was ich lernen muss. Ich habe immer darauf gewartet, dass das Leben wieder „normal“ wird, d.h. keine oder weniger Problem. Eine Freundin meinte: „Normal ist nur eine Einstellung am Wäschetrockner.“

Vor kurzem habe ich überlegt, dass ich wahrscheinlich wenigstens zwei Wochen in der Hauptstadt bleiben sollte, nachdem die Autoreparatur abgeschlossen ist. Im Moment ist es zu früh um sagen zu können, ob das ausreicht um wieder ganz auf die Füße zu kommen oder nicht. Oder ob der Herr möchte, dass ich im Vertrauen auf seine Kraft vorwärts gehe. Das ist keine einfache Gratwanderung. Somit könnt ihr einerseits Gott preisen, für die Dinge die er mich lehrt, und anderseits betet bitte um meine vollständige Wiederherstellung und Weisheit, wann es an der Zeit ist wieder auf „normaler Geschwindigkeit“ zu schalten.

Lobpreisopfer

Die folgende zwei Lieder habe ich in letzter Zeit öfter gesungen. Manchmal war es ein echtes Lobpreis-OPFER war, ein Bekenntnis im Glauben, weil es im krassen Widerspruch schien, zu dem was ich gerade erlebte.

Denn du bist groß
ein Gott der Wunder tut.
Du bist Gott allein
weis mir den Weg o, Herr.
Ich will wandeln vor dir
erhalt mein Herz in deiner Furcht.
Dich nur preise ich Herr mein Gott
von ganzem Herzen
und deinem Namen
geb ich Ehr
in Ewigkeit.
(Gitta Leuschner/Melodie: Marion Warrington)
Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.(Peter Strauch)

Schlechte Nachrichten

Schlechte Nachrichten …

Gestern vor vier Wochen war unser Unfall. Für jene, die die Gebetsmail nicht gekriegt haben, hier ein Auszug von meinem Bericht, wie wir Gottes Bewahrung und Eingreifen an dem Tag erlebt haben:

“Diese Nachricht erreicht euch leider aus der Hauptstadt. Eigentlich wollten wir seit Freitag wieder daheim sein. Ich bin vor zwei Wochen her gefahren um Manuela abzuholen, die deutsche Kurzzeitmitarbeiterin, die mir in den nächsten sechs Monaten helfen wird. Letzten Donnerstag machten wir uns auf den Weg ins Dorf, hatten aber nach ca. 200 km einen Unfall. Ein Hinterreifen ist geplatzt, und beim Versuch das Auto zum Stehen zu bringen, haben wir eine halbe Drehung gemacht und sind auf dem Dach gelandet. Uns ist praktisch nichts passiert – wir hingen in den Sicherheitsgurten und konnten unversehrt selber aus dem Auto klettern, bevor die ersten Helfer stehen blieben. Wir sind mit unserem Gepäck noch am gleichen Tag zurück in die Hauptstadt gebracht worden und konnten das Auto in der Obhut von Freunden lassen. Das ist sozusagen die Kurzfassung, die euch aber nicht wirklich vermitteln kann, wie wir Gottes Eingreifen in dieser Situation erlebt haben.

… aber viel Grund zum Danken

Trotz dieser schlechten Nachricht haben wir viel Grund Gott zu danken:

– Für mein Handy, das mir in dieser Situation unschätzbare Dienste geleistet hat.
– Für zwei neue Autoreifen, die ich erst vor einer Woche gekauft habe.
– Für einen regenfreien Tag, was im Moment selten ist.
– Dass das Überschlagen relativ langsam vor sich ging und die Windschutzscheibe bis dahin hielt (nichts flog uns ins Gesicht).
– Für einen stabilen Dachträger, der das Autodach verstärkte (es war nur wenig eingedrückt).
– Dass fast alles Gepäck blieb wo es war, und nur das, was wir auf der hinteren Bank hatten, flog durcheinander (nichts flog aus dem Auto).
– Für unseren Direktor, der sofort viele Dinge aus der Hauptstadt organisierte.
– Für alle Helfer, die sofort an der Unfallstelle stehen blieben.
– Vor allem für ein Auto mit mehreren Mechanikern aus dem Nachbarland, die gerade einen LKW repariert hatten und auf der Rückreise waren.
– Sowie für einen Oberst, der früher Gouverneur (~Landeshauptmann) war, der mit seinem Auto stehen blieb, um den beiden Ausländerinnen zu helfen.
– Für die Mechaniker, die den geplatzten Reifen wechselten, das Auto wieder auf die Räder rollten und es so lange anschoben, bis es wieder funktionierte.
– Für einen der Mechaniker, der das Auto dann auch in die nächste Stadt fuhr trotz kaputter Windschutzscheibe (Manuela und ich wurden auf die zwei anderen Autos verteilt.)
– Für unseren langjährigen Freund Moussa der auf meinen Anruf hin kam, obwohl er kein eigenes Auto hatte, und dadurch 5 Stunden brauchte.
– Für Moussas Kollegen, die unser Auto in einer geschlossenen Garage aufbewahrten.
– Für die Gastfreundschaft von der Familie des Oberst, die uns in ihr Haus aufnahm, uns zum Mittagessen einlud und sich auch sonst in jeder Weise um uns kümmerte.
– Für unseren Kollegen, der uns nachfuhr (3 ½ Stunden Fahrt) und mit Manuela und einem Teil des Gepäcks am Nachmittag zurück fuhr.
– Für den Chauffeur des Oberst, der mich zu verschiedenen Besorgungen chauffierte.
– Für Moussa, der noch zwei Tage dort blieb, um die Reparatur des Autos zu überwachen.
– Für Moussas Chef, der gegen Abend kam, um zu sehen wie die Dinge liefen und mir ein Abendessen kaufen wollte.
– Für die Frau des Oberst, die mir ihr Auto mit Chauffeur zur Verfügung stellte, der mich dann am Abend mit dem Rest des Gepäcks in die Hauptstadt brachte.
– Für zwei ihrer Angestellten, die mit dem Bus in die Hauptstadt fuhren, um mir im Auto Platz zu machen.
– Für unser Gästehaus, wo wir wieder in die gleiche Wohnung einziehen konnte, die wir in der Früh verlassen hatten.
– Für guten Schlaf, wir hatten keinerlei Alpträume oder sonstige Nachwirkungen oder einen echten Schock.

Es ist einfach total erstaunlich, in wie vielen Dingen wir Gottes Hilfe erlebt haben, sowie die Gastfreundschaft der Malier von ihrer besten Seite. Vermutlich dadurch, und weil wir nicht verletzt sind, war es auch nicht so ein schwerer Schock. Uns geht es wirklich erstaunlich gut in Anbetracht der Umstände. Preist den Herrn!”