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Talita kum – Auferstehung zu neuem Leben – Wachsalben Malerei

Talita kum – Auferstehung zu neuem Leben – Wachsalben Malerei

Gelähmt vor Angst sitzt eine Person in der Höhle. Der Pfad zum Ziel führt an einem Abgrund vorbei. Die Angst davor hält sie davon ab, den Gipfel zu erreichen und aufzublühen. Wer kennt das nicht?

Angsthöhle * Fear Cave
Angsthöhle * Fear Cave

Talita kum – Komm, blühe auf! 

Für jeden ist es etwas anderes, das uns lähmt und davon abhält, ein Ziel zu erreichen: Angst vor dem Versagen? Angst sich lächerlich zu machen? Angst vor großer Verantwortung? Angst nicht gut genug zu sein? Angst ausgeschlossen zu werden? Angst vor Einsamkeit? Angst vor dem was andere über mich denken?

Gott zeigte mir mit diesem Bild, dass meine Femininität zusammen gekauert, erstarrt vor Angst, verkümmert und halbtot in der dunklen Höhle saß. Der Abgrund heißt „falsche Weiblichkeit“ – Frauen deren Lebensinhalt aus rosa Rüschen und Tee trinken aus zerbrechlichen Porzellantassen mit ausgestrecktem kleinen Fingern besteht. Aus Angst in diese Stereotypen zu fallen, traute ich mich nicht, den Pfad zum Aufblühen zu gehen.

Jesus rief „Talitha kum!“ und erweckte mich und meine Femininität zu neuem Leben. Ich konnte nur staunen, wie sich in den Monaten danach viele Dinge in meinem Leben ganz von selbst änderten. Die Veränderungen waren Ausdruck der erlebten Heilung.

***

Jesus nahm das Mädchen bei der Hand und sagte: »Talita kum!«
Das heißt übersetzt: »Steh auf, Mädchen!« 
Mk 5,41

Wiederherstellung der Beziehungs-Schaltkreise

Wiederherstellung der Beziehungs-Schaltkreise.

Vor einigen Wochen schrieb ich über Beziehungs-Schaltkreise. Ich erwähnte einige Beispiele einer längeren Checkliste, die uns helfen kann, festzustellen, ob unsere Beziehungs-Schaltkreise ein- oder ausgeschaltet sind. Hier sind weitere Beispiele:

  • Mein Verstand ist blockiert bzw. mit etwas Schlimmem beschäftigt.
  • Ich möchte nur flüchten, oder kämpfen, oder ich erstarre.
  • Ich möchte nicht mit X (jemand, den ich normalerweise mag) verbunden sein.

Wenn du einige dieser Fragen mit Ja beantwortet hast, bedeutet es, dass deine Beziehungs-Schaltkreise AUS geschaltet sind.

Was tut man also, wenn die Beziehungs-Schaltkreise aus sind?

Das war das Thema der letzten zwei Abendklassen. Ich zitiere von einer Merkkarte von Thriving Recovery die wir erhielten, und die eine kurze Checkliste über Beziehungs-Schaltkreise und Schritten zur Wiederherstellung von Beziehungs-Schaltkreisen beinhaltete:

Mein Ziel ist es, die Gegenwart Gottes wahrzunehmen, ihm von meinen Schmerzen zu erzählen, und seinen Schalom zu empfangen, damit ich meine Beziehungs-Schaltkreise wieder einschalten kann.

Meine Strategie ist es, mich zu beruhigen und dann mit Gott über meine Gefühle und Gedanken zu sprechen, selbst wenn ich seine Gegenwart noch nicht wahrnehme. Ich lade den Herrn ein, bei mir zu sein und mir zu helfen, seine Gegenwart wahrzunehmen. Ich erkläre anderen, wie mir Schalom geholfen hat.

Die Übungen, die wir lernten, kann man nicht nur in zwei Sätzen erklären, aber vielleicht kann ich sie als eine Kombination von körperlichen Entspannungsübungen und dem sich selbst Vorsagen von biblischen Wahrheiten beschreiben. Im ersten Teil jeder Übung spiegelte die Körperhaltung Anspannung, Furcht, Angst wieder (inkl. schnelles und kurzes Einatmen) während wir z.B. zitierten “Immer wenn ich Angst habe, ….” Der zweite Teil war dann der Übergang in eine entspannte Körperhaltung (inkl. langsames und langes Ausatmen) und der Fortsetzung des Zitats “… vertraue ich auf Dich, oh Herr.” (Psalm 56,3)

Die oben erwähnte Übung wird die “Furcht-Bombe” genannt. Eine andere heißt “Erste Hilfe Gähnen”, weil man in der Erste-Hilfe-Position beginnt und sie mit Gähnen verbunden wird (das kann man wirklich nur vorzeigen). Beide Übungen gehören zu der Gruppe von “Schalom für meinen Körper“; Übungen, die darauf abzielen, meinen Körper zu beruhigen (wie in der Strategie Aussage oben erwähnt).

Die folgenden zwei Schritte für die Wiederherstellung meiner Beziehungs-Schaltkreise sind nach meinem Empfinden sehr ähnlich und heißen “Schalom für meine Seele” und “Mit Gott klagen”. In beiden Fällen spreche ich mit Gott über meine Situation. Ich fand es interessant, dass es mir nicht helfen würde, mit Gott über die andere Person (die mich aufregt) zu sprechen, sondern dahin führen würde, dass meine Beziehungs-Schaltkreise ausgeschaltet bleiben. Ich muss mit Gott über meine eigenen Gefühle und Gedanken sprechen (Schalom für meine Seele) und über traurige Dinge, die sowohl Gott wie auch mich traurig machen mit ihm sprechen (Klagen mit Gott).

Schalom für meine Seele” ist ein persönliches Gebet, das in bestimmten Aspekten dem Muster vieler Psalmen folgt. Das beihaltet zu beschreiben, wie ich mich im Augenblick fühle, die Gedanken, die mir einfallen, wenn ich an das Problem denke, und das was mich davon abhält, die Gegenwart Gottes zu erleben. Gegen Ende drücke ich aus, wie ich Gott im Augenblick wahrnehme, was ich von ihm brauche, aber gleichzeitig erinnere ich mich an besondere Momente mit Gott in der Vergangenheit und meine Lieblingsverheißungen in der Bibel, die mir bereits in der Vergangenheit geholfen haben. Das Gebet wird damit beendet, dass ich Gott bitte, alle Barrieren zu entfernen, die mich davon abhalten, die Gegenwart Gottes zu erleben und seinen Schalom zu empfangen.

Klagen mit Gott” reflektiert über die Frage, welche guten Dinge Gott möchte, dass ich sie haben soll, aber die ich in einer bestimmten Situation nicht bekommen habe. Diese Überlegung wird dann als Gebet formuliert, in dem ich ausdrücke, was genau die negativen Dinge sind, die entgegen Gottes gutem Plan geschahen, indem man sagt: „Ich bin traurig, dass es …… gab anstelle von deiner Sanftheit / Freundlichkeit / Gnade / Vergebung / Gerechtigkeit / Weisheit / Trost. Ich bin so traurig darüber wie du es bist. Ich benötige wirklich deine Sanftheit /…/ etc. um Verbundenheit zu schaffen.“ Ein interessanter Aspekt diesbezüglich war, dass diese Betonung von Traurigkeit hilft, wieder beziehungsfähig zu werden und Schalom zu finden, während ein Fokus auf Furcht und Zorn nicht nützlich wäre.

Der letzte Schritt, den wir vermutlich in der folgenden Klasse durchnehmen werden, heißt “Meinen Schalom wachsen lassen” durch Wertschätzungs-Übungen.

Alle diese Schritte helfen uns, Gottes-Sicht zu haben – mich selbst und andere sehen wie Gott uns sieht – und dadurch meine Beziehungs-Schaltkreise wieder einzuschalten. Ich werde ein anderes Mal mehr darüber schreiben, was Gottes-Sicht bedeutet. [N.B. 2015 – in neueren Publikationen verwenden sie den Begriff iSicht im Sinne von Immanuel Sicht dafür.]

Angst oder Liebe

Ich habe gerade angefangen, “He loves me!” (auf Deutsch “Geliebt!”) von Wayne Jacobsen zu lesen. Im dritten Kapitel geht es um die Frage, was uns zum Gehorsam motiviert – Angst vor der Hölle oder Liebe zum Vater. Es stimmt leider, dass viele denken, dass uns eine klarerer Vision von der Hölle zu mehr missionarischer Aktivität motivieren würde. Früher hat diese Evangelisationsmethode auch noch besser funktioniert. Aber die berechtigte Frage ist, welche Art von Christen das produziert, wenn die Bekehrung aus Angst vor der Hölle geschieht.

Als ich so darüber nachdachte, wie das bei meiner Bekehrung war, fiel mir auf, dass die Angst vor der Hölle keine echte Rolle spielte, aber die Angst was zu verpassen sehr wohl. Das hat teilweise mit der Zeichnung zu tun, die mir der Evangelist damals vorlegte (und die ich auch sehr hilfreich fand) – der breite Weg, der von Gott wegführt (egal ob er mit großen oder kleinen Sünden gepflastert ist), der schmale Weg der zu Gott führt, und zwischen den zwei Pfaden Jesus, die Tür zum ewigen Leben. Es schien mir damals wirklich als würde der Schatten dieser Tür auf meinen Weg fallen und mich einladen. Eine einzigartige Chance? Vielleicht. Keiner kann wissen, ob und wann sich wieder so eine Situation ergibt, wo Gott in unser Leben hineinspricht und unser Herz berührt.

Leider fiel mir auf, dass es sich da um ein Muster in meinem Leben handelt. Ich musste ich mir eingestehen, dass in meinem Leben öfters Dinge von der Angst motiviert sind, etwas zu verpassen. Wer weiß ob sich die Gelegenheit noch einmal bietet? Und so stopfe ich oft Dinge in mein Leben, die nicht unbedingt dran sind und unnötigen Stress verursachen. Aber man will ja nichts verpassen!

Auf einer ähnlichen Linie liegt die Angst, Gottes Willen zu verpassen – wenn ich nicht gut genug hinhöre, dann könnte ich sein Reden verpassen und den falschen Weg einschlagen. Dann müsste ich für den Rest meines Lebens auf dem falschen Gleis fahren und würde seinen Segen und das Leben in Fülle verpassen.<ironisch>

Wenn ich ehrlich bin, dann ist mir bewusst, dass diese Denkmuster in meinem Leben vorhanden sind – oder besser sagen – großteils waren. Ich merke, dass beide Denkansätze nicht mehr zu dem passen, wie ich Gott in den letzten Jahren erlebt habe. Es gibt sicher Situationen, wo wir wichtige Dinge verpassen könnten, wenn wir zu unentschlossen sind, oder Dinge auf die berühmte lange Bank schieben. Aber Gott motiviert uns nicht mit Angst. Diese Unterscheidung zwischen Beziehungen die von Angst oder Liebe motiviert (verwurzelt) sind ist mir gerade während der letzten zwei Jahre durch die Beschäftigung mit dem Life Model bewusst geworden. Insofern sind derartige Situationen seltener geworden und dafür bin ich sehr dankbar.

Was lerne ich daraus? Wo immer meine Motivation von Angst bestimmt ist, kommt sie wahrscheinlich nicht von meinem himmlischen Papa. Ich will lernen, da noch sensibler zu sein, und früher zu merken, wenn mich Angst treibt und nicht Liebe (das erinnert mich an “Getrieben oder Berufen” von Gordon MacDonald).

Es geht Gott nicht um unsere Opfer sondern um Gehorsam, aber aus Liebe zu ihm, um seiner Selbst willen, aus Freude an der Beziehung zu ihm, und weil uns diese Beziehung so wertvoll ist.