Ausstellungsbesuch

Vernissage in Gmunden

Wenn immer möglich, besuche ich die Vernissagen hier in der näheren Umgebung. Gmunden ist zwar eine knappe Stunde entfernt, aber ich wollte die Gegend schon länger besuchen. Die Vernissage am vergangen Samstag war eine gute Gelegenheit.

Die Galerie 422 ludt zur Eröffnung ihrer Ausstellung von Alfred Haberpointner und Helmut Swoboda ein. Diese Ausstellung ist noch bis 17.5.2014 zu sehen.

Der Salzburger Alfred Haberpointner ist unter anderem bekannt für seine Holzköpfe die er mit der Axt bearbeitet und anschließend mit Beize einfärbt. Seine neueren Arbeiten beinhaltet eine Serie von Wandobjekten, sozusagen 3D-Bildern aus geleimten Holzplatten, die ebenfalls mit der Axt bearbeitet und danach gebeizt wurden.

Der Niederösterreicher Helmut Swoboda malt vorwiegend  Landschafts-Eindrücke und Stimmungen. Anscheinend wurde er ursprünglich mit Bildern vom Dachstein bekannt. Seine Maltechnik beinhaltet eine Grundierung der Leinwand (oder Holztafel) mit Kreide und darüber eine Wachsemulsion und Übermalung mit Eitempera. Er arbeitet dabei in mehreren Schichten, die teilweise wieder abgewaschen werden.
Beide Künstler gehören zur Minimal Art und ich fand nicht sofort einen Zugang dazu. Erst nach und nach entdeckte ich wie beide Techniken eine ungemeine Räumlichkeit und Tiefe vermitteln – die Pigmente die durch Wachs- und Eitempera-Schichten hindurch schimmern trotz der zurückgenommen Farbigkeit (was leider auf den Fotos nicht wirklich zu erkennen ist), und das von der Axt erzeugte Relief, das in den Raum hineingreift. Im zweiten Fall wird die Wirkung noch verstärkt durch das unterschiedliche Auftragen der Beize – jede Kante hat eine dunklere Seite, und zwar im bzw. gegen den Uhrzeigersinn, und das erzeugt einen speziellen Effekt, der fast hypnotisch ist.
Auf jeden Fall fand ich den Besuch der Vernissage und die Auseinandersetzung mit dieser Kunstrichtung als sehr bereichernd.