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Life-Model Häppchen

Life-Model Häppchen

Jedes Mal, wenn ich jemandem erklären möchte, was das Life-Model (wörtl. Lebens-Modell, ein Modell zum Leben) ist, stelle ich fest, dass es so viele Aspekte davon gibt, dass es fast unmöglich ist, alle gleichzeitig zu erklären. Außerdem hängen alle so stark zusammen, dass es manchmal schwierig ist, einen Aspekt zu verstehen, ohne den andere zu kennen. Erst über einen längeren Zeitraum begann ich das Life-Model zu verstehen und die unterschiedlichen Aspekte zu schätzen, aber vermutlich bin ich immer noch nicht fertig damit.

Life-Model Buch deutsch
Life-Model Buch deutsch

Der Untertitel des Life-Model Buches ist ein guter Anfang: „Aus dem Herzen leben, das Jesus dir gab.“ Im Life-Model geht es darum, aus diesem Herzen zu leben, d.h. unserer Bestimmung gemäß zu leben. Was ist notwendig, um wirklich die Person zu sein, als die uns Gott geschaffen hat? In gewisser Weise sind alle anderen Aspekte, die in diesem Buch erwähnt werden, in den Munchies CDs [neuer Name: Jesus in Mind] behandelt, in den Thrive Konferenzen und in Thriving Klassen geübt werden, eine Auswirkung davon. Aber wie bereits gesagt, es gibt viele unterschiedliche Aspekte und es ist einfach, den Überblick zu verlieren.

In einem der neuen Webinars von Deeper Walk International (bereits erwähnt hier), gab Jim Wilder die folgende

Zusammenfassung der Hauptaspekte vom Life-Model

  • Mehrgenerationen Gemeinschaft
  • Immanuel Lebensstil
  • Training in Beziehungsfähigkeit

Das ist eine tolle Zusammenfassung.

Dennoch gibt es viele Unterthemen, die wesentlich sind, um sogar diese Punkte zu verstehen . Das gab mir die Idee, zu versuchen unterschiedliche Aspekte des Life-Models in mundgerechten Stücken oder “Häppchen” zu beschreiben. Ich möchte dies in einer neuen Reihe tun – die ich Life Model Häppchen nenne.

Warnung

Es gibt keine Garantie, dass ich selber bereits alle Aspekte des Life-Models vollkommen verstanden habe. Außerdem habe ich keine offizielle Beziehung zu Shepherd’s House und spreche nicht in ihrem Auftrag. Aber ich bin bereit, mit anderen zu teilen, was ich gelernt habe, und was ich interessant und nützlich fand.

Beziehungs-Schaltkreise

Beziehungs-Schaltkreise.

Die revidierte Verbundenheits- Klasse vom Life Model  wurde diese Woche von Dr. Jim Wilder unterrichtet und war wieder sehr aufschlussreich.

Das Thema war Beziehungs-Schaltkreise.

Das sind Dinge in unserem Gehirn, die ein- oder ausgeschaltet sein können (oder mehr oder weniger ein und aus). Wenn sie eingeschaltet sind, dann gibt es kein Problem, das grösser ist als unsere Beziehungen. Wenn sie ausgeschaltet sind, funktioniert unser Gehirn nicht gut; dann klappen unsere Beziehungen nicht und wir schaffen keine Verbundenheit und Schalom um uns herum. Wir verlieren unseren Frieden und Probleme scheinen grösser, als sie wirklich sind.

Das war ein echter Aha-Moment für mich, als Jim Wilder die Wechselbeziehung zwischen Problemen und Beziehungen erwähnte. Z.B. wenn ein Vater seine Tochter anschreit, dann ist das Problem für ihn größer und wichtiger als die Beziehung zu seiner Tochter. In diesem Moment interessiert es ihn nicht mehr, ob er ihr wehtut sondern ist vollständig auf das Problem konzentriert und auf sein Bedürfnis, seine Gefühle auszudrücken.

Wenn wir unsere Beziehungsfunktionen ausschalten, behandeln wir Menschen wie leblose Gegenstände.

Das Bedürfnis, unsere Gefühle und Emotionen auszudrücken, wird zur tödlichen Waffe. Wir verlieren Objektivität und Perspektive. Unsere Kommunikation verletzt andere, anstatt Schalom zu schaffen. Wir werden für andere so gefährlich wie ein betrunkener Autofahrer, weil unsere Beziehungsfähigkeiten nicht funktionieren.

Sofort erinnerte ich mich an Situationen, in denen Probleme grösser waren, als die Beziehung und als Folge davon Dinge nicht gut liefen. Gerade vor kurzem musste ich mit jemanden über ein Problem sprechen. So sehr ich es auch versuchte, es gelang mir nicht, mich in die Situation der anderen Person hinein zu versetzen, um weniger verurteilend zu sein. Ich wusste, dass es nicht okay war, aber ich war nicht imstande, es zu ändern. Im Grunde erhielt ich nun die Erklärung, was in dieser Situation gelaufen war. (Beim nächsten Mal geht es dann darum was wir in solch einer Situation tun können.)

Wir erhielten eine lange Checkliste von Indikatoren dafür, wann unsere Beziehungs-Schaltkreise ausgeschaltet sind.

Hier sind einige Beispiele, die ich sehr vielsagend fand:

  • Ich möchte, dass ein Problem, eine Person oder ein Gefühl verschwindet.
  • Die Art, wie ich andere befrage, beurteile oder korrigiere ist sehr aggressiv.
  • Ich möchte nicht hören, was andere zu sagen haben.
  • Wenn andere sprechen, weiß ich bereits, was sie sagen werden.

Überall fühlen sich Menschen zu denen hingezogen, für die Beziehungen wichtiger sind als Probleme, die Beziehungen mehr wertschätzen als Probleme. Ich habe in verschiedenen afrikanischen Kulturen beobachtet, dass Beziehungen so extrem wertvoll sind – weil sie ihr „soziales Sicherheits-Netz“ sind – und dass sie nichts zulassen, Dinge oder Probleme, das diesen Beziehungen schadet. Mein Erklärungsversuch war, dass wir im Westen Sozialversicherung, Krankenversicherung, Pensionsversicherung, etc. haben, und folglich weniger abhängig von unseren Beziehungen sind. Daher ist es für uns weniger wichtig, ob unser Verhalten unseren Beziehungen schaden könnte.

Aber möglicherweise geht es dabei um mehr. Unsere Fähigkeit, Verbundenheit zu schaffen und ob unsere Beziehungs-Schaltkreise die meiste Zeit eingeschaltet sind oder nicht, hängt sehr von unserem Reifegrad ab. Möglicherweise haben Menschen in anderen Teilen der Welt einen höheren Grad der Reife.

Nicht vergessen:

Unsere Beziehungen funktionieren besser, wenn unser Gehirn (Beziehungs-Schaltkreise) läuft, und wenn nicht nur unsere Gefühle und unser Mund „laufen“.
(Jim Wilder)