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Wiederherstellung der Beziehungs-Schaltkreise

Wiederherstellung der Beziehungs-Schaltkreise.

Vor einigen Wochen schrieb ich über Beziehungs-Schaltkreise. Ich erwähnte einige Beispiele einer längeren Checkliste, die uns helfen kann, festzustellen, ob unsere Beziehungs-Schaltkreise ein- oder ausgeschaltet sind. Hier sind weitere Beispiele:

  • Mein Verstand ist blockiert bzw. mit etwas Schlimmem beschäftigt.
  • Ich möchte nur flüchten, oder kämpfen, oder ich erstarre.
  • Ich möchte nicht mit X (jemand, den ich normalerweise mag) verbunden sein.

Wenn du einige dieser Fragen mit Ja beantwortet hast, bedeutet es, dass deine Beziehungs-Schaltkreise AUS geschaltet sind.

Was tut man also, wenn die Beziehungs-Schaltkreise aus sind?

Das war das Thema der letzten zwei Abendklassen. Ich zitiere von einer Merkkarte von Thriving Recovery die wir erhielten, und die eine kurze Checkliste über Beziehungs-Schaltkreise und Schritten zur Wiederherstellung von Beziehungs-Schaltkreisen beinhaltete:

Mein Ziel ist es, die Gegenwart Gottes wahrzunehmen, ihm von meinen Schmerzen zu erzählen, und seinen Schalom zu empfangen, damit ich meine Beziehungs-Schaltkreise wieder einschalten kann.

Meine Strategie ist es, mich zu beruhigen und dann mit Gott über meine Gefühle und Gedanken zu sprechen, selbst wenn ich seine Gegenwart noch nicht wahrnehme. Ich lade den Herrn ein, bei mir zu sein und mir zu helfen, seine Gegenwart wahrzunehmen. Ich erkläre anderen, wie mir Schalom geholfen hat.

Die Übungen, die wir lernten, kann man nicht nur in zwei Sätzen erklären, aber vielleicht kann ich sie als eine Kombination von körperlichen Entspannungsübungen und dem sich selbst Vorsagen von biblischen Wahrheiten beschreiben. Im ersten Teil jeder Übung spiegelte die Körperhaltung Anspannung, Furcht, Angst wieder (inkl. schnelles und kurzes Einatmen) während wir z.B. zitierten “Immer wenn ich Angst habe, ….” Der zweite Teil war dann der Übergang in eine entspannte Körperhaltung (inkl. langsames und langes Ausatmen) und der Fortsetzung des Zitats “… vertraue ich auf Dich, oh Herr.” (Psalm 56,3)

Die oben erwähnte Übung wird die “Furcht-Bombe” genannt. Eine andere heißt “Erste Hilfe Gähnen”, weil man in der Erste-Hilfe-Position beginnt und sie mit Gähnen verbunden wird (das kann man wirklich nur vorzeigen). Beide Übungen gehören zu der Gruppe von “Schalom für meinen Körper“; Übungen, die darauf abzielen, meinen Körper zu beruhigen (wie in der Strategie Aussage oben erwähnt).

Die folgenden zwei Schritte für die Wiederherstellung meiner Beziehungs-Schaltkreise sind nach meinem Empfinden sehr ähnlich und heißen “Schalom für meine Seele” und “Mit Gott klagen”. In beiden Fällen spreche ich mit Gott über meine Situation. Ich fand es interessant, dass es mir nicht helfen würde, mit Gott über die andere Person (die mich aufregt) zu sprechen, sondern dahin führen würde, dass meine Beziehungs-Schaltkreise ausgeschaltet bleiben. Ich muss mit Gott über meine eigenen Gefühle und Gedanken sprechen (Schalom für meine Seele) und über traurige Dinge, die sowohl Gott wie auch mich traurig machen mit ihm sprechen (Klagen mit Gott).

Schalom für meine Seele” ist ein persönliches Gebet, das in bestimmten Aspekten dem Muster vieler Psalmen folgt. Das beihaltet zu beschreiben, wie ich mich im Augenblick fühle, die Gedanken, die mir einfallen, wenn ich an das Problem denke, und das was mich davon abhält, die Gegenwart Gottes zu erleben. Gegen Ende drücke ich aus, wie ich Gott im Augenblick wahrnehme, was ich von ihm brauche, aber gleichzeitig erinnere ich mich an besondere Momente mit Gott in der Vergangenheit und meine Lieblingsverheißungen in der Bibel, die mir bereits in der Vergangenheit geholfen haben. Das Gebet wird damit beendet, dass ich Gott bitte, alle Barrieren zu entfernen, die mich davon abhalten, die Gegenwart Gottes zu erleben und seinen Schalom zu empfangen.

Klagen mit Gott” reflektiert über die Frage, welche guten Dinge Gott möchte, dass ich sie haben soll, aber die ich in einer bestimmten Situation nicht bekommen habe. Diese Überlegung wird dann als Gebet formuliert, in dem ich ausdrücke, was genau die negativen Dinge sind, die entgegen Gottes gutem Plan geschahen, indem man sagt: „Ich bin traurig, dass es …… gab anstelle von deiner Sanftheit / Freundlichkeit / Gnade / Vergebung / Gerechtigkeit / Weisheit / Trost. Ich bin so traurig darüber wie du es bist. Ich benötige wirklich deine Sanftheit /…/ etc. um Verbundenheit zu schaffen.“ Ein interessanter Aspekt diesbezüglich war, dass diese Betonung von Traurigkeit hilft, wieder beziehungsfähig zu werden und Schalom zu finden, während ein Fokus auf Furcht und Zorn nicht nützlich wäre.

Der letzte Schritt, den wir vermutlich in der folgenden Klasse durchnehmen werden, heißt “Meinen Schalom wachsen lassen” durch Wertschätzungs-Übungen.

Alle diese Schritte helfen uns, Gottes-Sicht zu haben – mich selbst und andere sehen wie Gott uns sieht – und dadurch meine Beziehungs-Schaltkreise wieder einzuschalten. Ich werde ein anderes Mal mehr darüber schreiben, was Gottes-Sicht bedeutet. [N.B. 2015 – in neueren Publikationen verwenden sie den Begriff iSicht im Sinne von Immanuel Sicht dafür.]

Beziehungs-Schaltkreise

Beziehungs-Schaltkreise.

Die revidierte Verbundenheits- Klasse vom Life Model  wurde diese Woche von Dr. Jim Wilder unterrichtet und war wieder sehr aufschlussreich.

Das Thema war Beziehungs-Schaltkreise.

Das sind Dinge in unserem Gehirn, die ein- oder ausgeschaltet sein können (oder mehr oder weniger ein und aus). Wenn sie eingeschaltet sind, dann gibt es kein Problem, das grösser ist als unsere Beziehungen. Wenn sie ausgeschaltet sind, funktioniert unser Gehirn nicht gut; dann klappen unsere Beziehungen nicht und wir schaffen keine Verbundenheit und Schalom um uns herum. Wir verlieren unseren Frieden und Probleme scheinen grösser, als sie wirklich sind.

Das war ein echter Aha-Moment für mich, als Jim Wilder die Wechselbeziehung zwischen Problemen und Beziehungen erwähnte. Z.B. wenn ein Vater seine Tochter anschreit, dann ist das Problem für ihn größer und wichtiger als die Beziehung zu seiner Tochter. In diesem Moment interessiert es ihn nicht mehr, ob er ihr wehtut sondern ist vollständig auf das Problem konzentriert und auf sein Bedürfnis, seine Gefühle auszudrücken.

Wenn wir unsere Beziehungsfunktionen ausschalten, behandeln wir Menschen wie leblose Gegenstände.

Das Bedürfnis, unsere Gefühle und Emotionen auszudrücken, wird zur tödlichen Waffe. Wir verlieren Objektivität und Perspektive. Unsere Kommunikation verletzt andere, anstatt Schalom zu schaffen. Wir werden für andere so gefährlich wie ein betrunkener Autofahrer, weil unsere Beziehungsfähigkeiten nicht funktionieren.

Sofort erinnerte ich mich an Situationen, in denen Probleme grösser waren, als die Beziehung und als Folge davon Dinge nicht gut liefen. Gerade vor kurzem musste ich mit jemanden über ein Problem sprechen. So sehr ich es auch versuchte, es gelang mir nicht, mich in die Situation der anderen Person hinein zu versetzen, um weniger verurteilend zu sein. Ich wusste, dass es nicht okay war, aber ich war nicht imstande, es zu ändern. Im Grunde erhielt ich nun die Erklärung, was in dieser Situation gelaufen war. (Beim nächsten Mal geht es dann darum was wir in solch einer Situation tun können.)

Wir erhielten eine lange Checkliste von Indikatoren dafür, wann unsere Beziehungs-Schaltkreise ausgeschaltet sind.

Hier sind einige Beispiele, die ich sehr vielsagend fand:

  • Ich möchte, dass ein Problem, eine Person oder ein Gefühl verschwindet.
  • Die Art, wie ich andere befrage, beurteile oder korrigiere ist sehr aggressiv.
  • Ich möchte nicht hören, was andere zu sagen haben.
  • Wenn andere sprechen, weiß ich bereits, was sie sagen werden.

Überall fühlen sich Menschen zu denen hingezogen, für die Beziehungen wichtiger sind als Probleme, die Beziehungen mehr wertschätzen als Probleme. Ich habe in verschiedenen afrikanischen Kulturen beobachtet, dass Beziehungen so extrem wertvoll sind – weil sie ihr „soziales Sicherheits-Netz“ sind – und dass sie nichts zulassen, Dinge oder Probleme, das diesen Beziehungen schadet. Mein Erklärungsversuch war, dass wir im Westen Sozialversicherung, Krankenversicherung, Pensionsversicherung, etc. haben, und folglich weniger abhängig von unseren Beziehungen sind. Daher ist es für uns weniger wichtig, ob unser Verhalten unseren Beziehungen schaden könnte.

Aber möglicherweise geht es dabei um mehr. Unsere Fähigkeit, Verbundenheit zu schaffen und ob unsere Beziehungs-Schaltkreise die meiste Zeit eingeschaltet sind oder nicht, hängt sehr von unserem Reifegrad ab. Möglicherweise haben Menschen in anderen Teilen der Welt einen höheren Grad der Reife.

Nicht vergessen:

Unsere Beziehungen funktionieren besser, wenn unser Gehirn (Beziehungs-Schaltkreise) läuft, und wenn nicht nur unsere Gefühle und unser Mund „laufen“.
(Jim Wilder)