C.S.Lewis

Demut

 

Heute früh in der Bibellese schweiften meine Gedanken zu einem Zitat von C.S. Lewis das ich vor kurzem hier las:
“Demut ist nicht, dass man weniger von sich hält, sondern dass man weniger an sich selbst denkt.”

Meine Gedanken wanderten weiter, zu den vielen verschiedenen Interpretationen von Demut, Aufforderungen demütiger zu sein, Anschuldigungen nicht demütig genug zu sein, Behauptungen demütig zu sein obwohl es sich mehr um mangelndes Selbstwertgefühl handelt, usw.

Im Grunde ist Demut nach C.S.Lewis Definition eine Art Selbstlosigkeit. Aber es gibt verschiedene Arten von Demut oder Selbstlosigkeit. Selbstlosigkeit kann auch ungesund sein, wenn sie z.B. in der Verleugnung von Verletzungen besteht, oder wenn man sich selbst abwertet. Wer seine unverarbeiteten Verletzungen unter den Teppich kehrt, dem fehlt das Fundament der Selbstannahme ohne die es meiner Meinung nach keine gesunde Demut gibt. Wer wenig von sich selber hält, sich selber herabsetzt und meint alle anderen können alles besser, oder seien besser, lebt im Widerspruch zu Gottes Wertschätzung für uns als seinen Geschöpfen. Im letzten sind alle Formen falscher Demut verwurzelt im zu viel an sich selbst denken, also das Gegenteil von echter Demut.

Ich denke, nur eine gesunde Selbstlosigkeit, die auf einem gesunden Selbstverständnis und Selbstwert basiert, ist echte Demut. Nur wer sich selbst gefunden hat, aus der Annahme und Wertschätzung Gottes lebt, kann sich selbst so loslassen, dass er kaum noch an sich selber denkt, also demütig ist. Dazu kommt, dass Demut eine Frucht des Geistes ist, also nicht durch eigene Anstrengung oder Aufforderung von anderen (oder an sich selbst) zu erreichen ist.

Ich glaube, es ist hilfreich sich diese Definition von Demut vor Augen zu halten. Es ist gut zu wissen, wie echte Demut aussieht damit wir danach streben, dafür beten und Gottes Geist seine Arbeit in uns machen lassen können. Gleichzeitig können wir alle falschen Ansprüche, Aufforderungen und Schuldzuweisungen entwaffnen. Natürlich kann man damit auch auf der falschen Seite vom Pferd fallen, z.B. mit einer Einstellung der Gleichgültigkeit oder Selbstgefälligkeit. Es ist eine Gratwanderung.

Ich habe den Verdacht, dass unser bester Beitrag in diesem Prozess der Veränderung durch Gottes Geist, ist sich seiner Heilung zu öffnen und aus seiner Liebe und Annahme leben lernen. “Geliebt leben!” Wenn ich mich von meinem himmlischen Vater geschätzt, geliebt und versorgt weiß, dann brauche ich weniger an mich selbst denken. Dann wäre ich demütig, aber ich wüsste es nicht, weil ich weniger an mich selbst denke. 😉