freude

Verwurzelt

Verwurzelt.

Ende letzten Jahres hat das Bild “Verwurzelt” ein neues Zuhause gefunden. Diese Woche hatte ich endlich Gelegenheit, es im neuen Kontext und Rahmen zu sehen. Damit meine ich nicht nur den räumlichen Rahmen sondern auch den Bilderrahmen. Die Besitzer hatten zufällig diesen wunderschönen alten Rahmen der zum Bild passte und nun strahlt es in neuem Glanz an einem Ehrenplatz in ihrem Lese- und Videozimmer.

Verwurzelt Acryl Malerei - VERKAUFT
Verwurzelt Acryl Malerei – VERKAUFT

Verwurzelt – Passend zum Karfreitag

Das Bild “Verwurzelt” passt zum heutigen Tag. Heute ist Karfreitag und wir gedenken der Kreuzigung von Jesus Christus am Kreuz auf Golgatha. Sein Opfer am Kreuz ermöglicht für uns die Vergebung der Sünden und eine versöhnte Beziehung mit dem allmächtigen Gott. Jesu Bereitschaft sich wie ein Schwerverbrecher behandeln zu lassen, wird im Philipperbrief so beschrieben:

Er, der Gott in allem gleich war und auf einer Stufe mit ihm stand, nutzte seine Macht nicht zu seinem eigenen Vorteil aus. Im Gegenteil: Er verzichtete auf alle seine Vorrechte und stellte sich auf dieselbe Stufe wie ein Diener.1Er wurde einer von uns – ein Mensch wie andere Menschen. Aber er erniedrigte sich ´noch mehr`: Im Gehorsam gegenüber Gott nahm er sogar den Tod auf sich; er starb am Kreuz ´wie ein Verbrecher`. Deshalb hat Gott ihn auch so unvergleichlich hoch erhöht und hat ihm ´als Ehrentitel` den Namen gegeben, der bedeutender ist als jeder andere Name.  (Phil 2, 6-9, NGÜ)

Jesus ging aus Liebe zu uns den ganz und garnicht leichten Weg in den Tod und in die Gottesferne. Er selbst hat das im vorhinein mit einem Weizenkorn verglichen:

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein einzelnes Korn. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12,24 NGÜ)

Jesus starb um Frucht zu bringen. Wir sind diese Frucht. Wer Jesus nachfolgt und in ihm verwurzelt lebt, ist somit Teil dieser Frucht und trägt zu Jesu Freude bei.

Verwurzelt – Grund zur Freude

Die Vorfreude auf diese Auswirkungen, halfen ihm durchzuhalten als ere mit Leiden, Verachtung, Schande und Ungerechtigkeit konfrontiert war.

Weil Jesus wusste, welche Freude auf ihn wartete, nahm er den Tod am Kreuz auf sich, und auch die Schande, die damit verbunden war, konnte ihn nicht abschrecken. Deshalb sitzt er jetzt auf dem Thron im Himmel an Gottes rechter Seite. (Phil 12,2 NGÜ)

Zum Schluss noch ein letztes Zitat aus Jesaja, wo Jesu Tod in einem prophetischen Wort vorhergesagt wurde:

Er nahm unsere Krankheiten auf sich und trug unsere Schmerzen. Und wir dachten, er wäre von Gott geächtet, geschlagen und erniedrigt! Doch wegen unserer Vergehen wurde er durchbohrt, wegen unserer Übertretungen zerschlagen. Er wurde gestraft, damit wir Frieden haben. Durch seine Wunden wurden wir geheilt! Wir alle gingen in die Irre wie Schafe. Jeder ging seinen eigenen Weg. Doch ihn ließ der Herr die Schuld von uns allen treffen. (Jes 53,4-6 NLÜ)

Die Leiden Jesu und der Kreuzestod, so traurig und schrecklich sie sind, wurden schlussendlich für ihn und für uns zur Quelle der Freude und des Friedens. Er starb, damit wir Frieden mit Gott haben können. In diesem Sinne wünsche ich euch allen, FROHE OSTERN!

Tanz mit Immanuel – Wachssalben Malerei

Tanz mit Immanuel – Wachssalben Malerei

Auf einmal fühlte ich mich schwungvoll in die Höhe gehoben und im Kreis herum gewirbelt, als würden wir ausgelassen tanzen, bevor mich Immanuel mitten in einer grünen Wiese niedersetzte.

Tanz mit Immanuel, Wachssalbe auf Papier, 50×65 cm * Dance with Immanuel, cold wax on paper, 20×25.6 in © 2015 by Faith Dance Art

Komm, vertraue dich meiner Führung an!

Tanzen ist wie keine andere Tätigkeit ein Ausdruck von Verletzlichkeit (Brené Brown). Vor allem wenn man ausgelassen tanzt und nicht nach Vorschriften. Nur wer innerlich frei und geheilt ist, hat die Freiheit sich im Tanz auszudrücken.

Auf einer Konferenz begann eine Einheit mit einer Zeit der Stille und Anleitung zum Immanuel Prozess (eine Art von Exerzitien oder geistliche Übungen). Wir sollten uns gerade an einen Zeitpunkt erinnern, an dem wir Gottes Gegenwart besonders deutlich erlebt hatten. Bevor ich mir jedoch irgendetwas überlegen konnte, hatte ich den inneren Eindruck, dass Jesus mich schwungvoll in die Höhe hebt und im Kreis herumwirbelt, als würden wir ausgelassen tanzen, um mich dann mitten in einer grünen Almwiese sanft niederzusetzen.

Das kam komplett unvorbereitet und ich war total überrascht! Es war ein Moment ausgelassener Freude in einer wunderschönen Umgebung. Es war ein Ausdruck von so viel überschwänglicher Freude, Freude aneinander, über das Zusammensein, Freiheit, Verletzlichkeit, Schönheit, wortlose Wertschätzung und Übereinstimmung.

Im Nachdenken darüber und was Jesus mir wohl mit der Vision sagen wollte, zeigte er mir, wie sehr sein Verhalten im direktem Kontrast steht zu dem, was ich von anderen gewohnt war. Er freut sich über mich, trotz meiner Unvollkommenheit und er behandelt mich als Frau mit viel Wertschätzung und Respekt.

Bei Jesus brauche ich keine Angst haben, dass er mich für einen Fehler oder fehlende Begabung zur Schnecke macht, abwertend behandelt oder mich als Frau wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt. Nur bei ihm finden wir so vollkommene Annahme und Geborgenheit.

***

Der Herr, dein Gott, ist in deinen Mauern, er ist mächtig und hilft dir. Er hat Freude an dir, er droht dir nicht mehr, denn er liebt dich; er jubelt laut, wenn er dich sieht.
Zeph, 3,17

Freuden-Tanz

Life-Model Häppchen Nr. 2 – Freuden-Tanz

Eine der grundlegenden Fähigkeiten, die im Life Model und bei den Thrive Konferenzen unterrichtet werden, ist Freude mit anderen zu teilen und dadurch das Freuden-Zentrum in unserem Gehirn zu stärken. Es ist die erste von 19 lebenswichtigen Fähigkeiten, die uns helfen, die charakterliche Reife zu erreichen, die unserem körperlichen Alter entspricht.

Es ist eine sehr einfache Übung und wir haben sie mehrmals während der Thrive Konferenz praktiziert. Vermutlich half es uns nicht nur, die Fähigkeit „Freude teilen“ zu erlernen, sondern sie half uns auch, eine bessere Verbindung mit unserem Trainings-Partner zu entwickeln, was wir für die anderen Übungen benötigten. Man findest sie in der  Thrive – Grundlegende Fähigkeiten, 1. Jahr Schulungsanleitung (in Englisch), geschrieben von Jim Wilder, Chris und Jennifer Coursey.

Ich fand eine ähnliche Beschreibung dieser Übung in einem Buch von Susan Kuchinskas Die Chemie der Verbundenheit und sie nennt sie Bindungs-Tanz. Auf Grund dieser zwei Quellen beschloss ich, es Freuden-Tanz zu nennen.

Die folgende Beschreibung verbindet die Anweisungen dieser zwei Quellen.

Wilder und Courseys Beschreibung ist besser geeignet für bewusste Übungen, während die Beschreibung von Kuchinskas im täglichen Leben natürlich integriert werden kann. Kuchinskas gibt eine Beschreibung für Eltern und eine andere für Erwachsene. Das Folgende basiert auf ihrer Anweisung für Erwachsene.

  1. Wähle eine ruhige Zeit und eine Situation, wo es natürlich für euch beide ist, einander gegenüber zu sitzen, wie z.B in einem Kaffeehaus oder im Wohnzimmer. Sitze nahe genug, sodass sich eure Knie berühren könnten.
  2. Fange an, wenn sich euer Blick kreuzt, und ihr einander in die Augen schaut bis einer von euch wegschaut. Gib dir die Erlaubnis, wann immer nötig wegzuschauen (Das ist kein Anstarr-Wettbewerb à la Garfield.) ; -)
  3. Halte den Blick deines Freundes (deiner Freundin) bewusst während einiger Momente aus, solange es angenehm ist. Beobachte deine Körperreaktion: Ist deine Atmung langsam oder fühlst du ein Zusammenziehen in deiner Brust? Lehnst du dich zurück, sitzt du aufrecht oder lehnst du dich vorwärts?
  4. Wann immer es notwendig ist, lass deinen Blick im Raum herumschweifen. Du kannst auf den Mund oder die Hände des Freundes schauen oder etwas anderes in der Umgebung betrachten.
  5. Blicke wieder auf den Freund und nimm wahr, wenn sie (er) deinen Blick erwidert. Wenn es natürlich scheint, sag etwas Positives über eure Beziehung. Wenn es nicht natürlich scheint, sag es dir selber (in deinen Gedanken). Du kannst an so einfache Dinge denken wie “Ich mag sie wirklich”, oder “Sie ist so eine wertvolle Person”. Denk darüber nach, was du an deinem Freund (deiner Freundin) schätzt.
  6. Fahre fort, zu beobachten, wie dein Körper reagiert. Gibt es irgendeine Veränderung? Was auch immer du spürst, ist okay.
  7. Wiederhole den Prozess solange es sich ok anfühlt.
  8. Wenn du das mit einem Freund als bewusste Übung tun möchtest, dann sprecht euch ab, sie für 3 Minuten zu tun, einander ansehen und wieder wegsehen wann immer nötig, und danach besprecht ihr, wie ihr die Übung erlebt habt.

(Wilder & Coursey S 1-2; Kuchinskas S 67-68)

Das Ziel ist, in deiner Komfortzone zu bleiben, wenn du dich dem anderen näherst und dich dann wieder zurückziehst. Wenn die Übung erfolgreich war, dann empfindest du eine stärkere Verbundenheit mit dem anderen. Du fühlst dich näher zu der Person und erlebst Vertrautheit mit ihr sowie geteilte Freude. In einer erfolglosen Übung fühlst du Spannung, Angst und Furcht. Du könntest den Wunsch fühlen, wegzulaufen oder die Person zu vermeiden.

Wilder und Coursey erwähnen auch, dass es nicht gut funktioniert, wenn man müde ist, oder durch etwas anderes genervt oder aufgeregt ist, oder wenn man mit der anderen Person keine positive Verbindung hat. In meiner Erfahrung funktioniert es auch nicht gut, wenn es eine unterschwellige Spannung in der Beziehung gibt. Anderseits, selbst wenn man einander nicht sehr gut kennt, aber beide motiviert sind, diese Fähigkeit zu erlernen, kann es trotz einer fehlenden Bindung gut funktionieren. Zumindest war das meine Erfahrung auf der Konferenz. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, es mit einer Person des anderen Geschlechts zu üben, wenn das nicht dein Partner ist.

Was geschieht hier wirklich?

Der ganze Prozess ist eine wortlose Kommunikation zwischen den rechten Gehirn-Hemisphären zwischen zwei Menschen, indem wir unseren am meisten gewünschten positiven emotionalen Zustand einander mitteilen – dass wir es genießen, mit der anderen Person zusammen zu sein. Es stärkt unser Freudenzentrum, und dadurch wird unsere Freudestärke erhöht, die es uns ermöglicht, besser mit Problemen und Leiden umzugehen. Und es setzt Dopamin frei.

Jüngste Gehirnforschungen haben entdeckt, wie unsere rechten Gehirnhälften miteinander kommunizieren.

Ein Signal wird von der rechten Gehirnhälfte der Person A gesendet (um genau zu sein – vom rechten präfrontalen Kortex) und durch das linke Auge (oder die linke Gesichtshälfte) ausgedrückt, vom linken Auge der Person B wahrgenommen, und zu deren rechten Gehirnhälften kommuniziert. Dann wird die gleiche Art von Signal zurückgesendet, vom der rechten Gehirnhälfte, zum linken Auge von Person B, zum linken Auge der Person A und zu deren rechten Gehirnhälfte. Das Hin und Her dieser Kommunikation geschieht sechsmal pro Sekunde und wird stärker je länger es passiert. Ist das nicht faszinierend? Das ist selbstverständlich vollständig unbewusst und kann nicht gefälscht werden.

Du hast vermutlich schon Menschen gesehen, deren Augen funkeln, wenn sie einander betrachten. Das passiert vor allem wenn Menschen verliebt sind, aber nicht nur dann. Es geschieht auch zwischen Eltern und Kind. Es geschieht zwischen guten Freunden. Es geschieht jedesmal, wenn wir froh sind, mit jemand zusammen zu sein. Es ist unsere rechte Gehirnhälfte die unserem Gegenüber ohne Worte sagt, dass wir uns freuen mit ihr (ihm) zusammen zu sein. Ohne diese freudige Erfahrung des Zusammenseins mit anderen Menschen, die froh sind, mit uns zusammen zu sein, können wir keine Ganzheitlichkeit erfahren. Obwohl wir uns über schöne Dinge freuen können, wie einen Sonnenuntergang oder ein Gemälde. Freude ist beziehungsorientiert und daher am stärksten (und verstärkt), wenn sie in Beziehungen erlebt wird. Nach Ansicht einiger Neurologen ist es das grundlegendste menschliche Bedürfnis, das „Funkeln im Auge eines anderen zu sein.“ Oder mit anderen Worten – den Freudentanz zu tanzen. 🙂

Auf diesem Hintergrund wurde ich noch mehr berührt von der Aussage in Zefanja 3,17 –

Der Herr, dein Gott, ist in deinen Mauern, er ist mächtig und hilft dir.
Er hat Freude an dir,
er droht dir nicht mehr, denn er liebt dich;
er jubelt laut, wenn er dich sieht.“

Ich habe sehr lange gebraucht, um zu verstehen, dass Gott sich an mir freut, über mich jubelt, selbst wenn ich Mist gebaut habe. Seine Liebe und Freude über uns hängt nicht von unserer Vollkommenheit ab. Es hat lange gebraucht zu begreifen und es glauben zu können, dass Gott einen Freudentanz wegen mir aufführt. Heute weiß ich, dass es stimmt und es erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit.

Kultur und Bibelübersetzung

Kultur und Bibelübersetzung.

Jim Wilder brachte ein interessantes Beispiel in seinem Webinar, wie unsere Kultur eine Bibelübersetzung beeinflussen kann. Er entdeckte das, als er als Redner in polnischen Kirchen unterwegs war. Sein Dolmetscher war sehr überrascht, als Jim Hebräer 12,2 aus seiner englischen Bibel vorlas:

Lasst uns aufschauen auf Jesus, dem Autor und Vollender unseres Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. (Hebr 12,2)

Das griechische Wort αντι kann auf zwei Weisen übersetzt werden:

a) für, weil (anstelle von)
b) wegen, um

Im Falle von Hebräer 12,2 ergibt das den folgenden Unterschied – es kann übersetzt werden als:

1) Jesus …, der anstelle der Freude die vor ihm lag, das Kreuz aushielt … oder als
2) Jesus …, der wegen der vor ihm liegenden Freude das Kreuz aushielt.

Die meisten deutschen und englischen Übersetzungen wählten die zweite Option.

Nur die Luther Übersetzung wählt die erste Option. Manche Übersetzungen geben die jeweils andere Option als Fußnote an (z.B. die Neue Genfer Übersetzung).

Die polnischen Bibelübersetzungen wählten die erste Option. Das ist verständlich, wenn wir die Geschichte und den kulturellen Kontext betrachten:

Die Kultur in Polen hat wenig Freude und die Kirche wird als etwas betrachtet, das mit Leiden, nicht mit Freude zu tun hat. Folglich gehörte Freude nicht in die Kirche und wird sogar als offensiv wahrgenommen. Die Bibelübersetzer wählten folglich die erste Option wegen ihres kulturellen Hintergrundes und Jims Dolmetscher war sehr überrascht, als Jim diesen Vers aus seiner englischen Bibel zitierte.

Freude

Vor etwa zwei Jahren hörte ich das erste Mal vom so genannten Freudenzentrum in unserem Gehirn.1 Es war für mich faszinierend zu lernen, wie wichtig Freude für die gesunde Entwicklung unseres Gehirns und unserer charakterlichen Reife ist.2 Dieses Freudenzentrum wird vor allem dadurch entwickelt, wenn wir Gemeinschaft in geborgenen Beziehungen erleben. Unser Freudenzentrum wächst immer dann, wenn wir merken, dass sich jemand freut mit uns zusammen zu sein, wenn unsere Gegenwart die Augen eines anderen zum Funkeln bringen. Das spielt sich normalerweise unbewusst ab und kann darum auch nicht vorgetäuscht werden. Dieser “Freudenfluß” beginnt in unserer rechte Gehirnhälfte, kommuniziert über unsere linke Gesichtshälfte, zur linken Gesichtshälfte des anderen und dann zu seiner rechten Gehirnhälfte. Unser Gegenüber schickt dann auf dem gleichen Weg die Botschaft zurück – all das passiert sechs Mal pro Sekunde und wird immer stärker je länger man sich ansieht.3 Echt cool!

Kurz nachdem ich zum ersten Mal darüber las konnte ich genau dieses freudige Funkeln beobachten – in den Augen eines Freundes in unserem Dorf und im Gesicht der 3-jährigen Tochter von Kollegen – und mir wurde bewusst, wie sehr es mir das Herz wärmt. Seither habe ich es in vielen Gesichtern beobachtet und mich darüber gefreut wie faszinierend Gott uns geschaffen hat.

Auf diesem Hintergrund fällt mir seither vermehrt auf, wie oft die Bibel von der Wichtigkeit der Freude spricht, von der Freude am Herrn. In Nehemia 8,10 lesen wir “Die Freude am HERRN ist eure Stärke (euer Schutz, wie eine schützende Mauer).” Ich habe im letzten Jahr viel über diesen Vers nachgedacht und neu verstanden, dass es dabei wahrscheinlich um unsere Freude geht, mit ihm zusammen zu sein, egal was rund um uns herum passiert. Das gibt uns Kraft und befähigt uns auch schwierige Zeiten zu durchstehen. Wenn unser Freundenzentrum nämlich nicht gut entwickelt ist, dann können uns Schwierigkeiten zu viel werden und überwältigen. Das macht dann den großen Unterschied ob wir etwas als Leiden empfinden oder als traumatische Erfahrungen.

Besonders bezeichnend finde ich den Vers in Zephania 3,17 “Der Herr hat Freude an dir, er droht dir nicht mehr, denn er liebt dich; er jubelt laut, wenn er dich sieht.” Gibt es eine bessere Beschreibung für Gottes Freude mit uns zusammen zu sein? Gottes Augen “funkeln” sozusagen wenn er uns ansieht – egal ob wir gerade gut drauf sind oder nicht, fleißig oder faul, Erfolg haben oder versagen. Er freut sich mit uns zusammen zu sein, weil wir seine geliebten Kinder sind. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie schwer wir uns oft tun, das wirklich im Tiefsten zu verstehen und zu akzeptieren, weil wir so von unserer leistungsorientierten Gesellschaft geprägt sind. So ist es gut sich daran zu erinnern, dass Gottes Freude über uns damit zu tun hat wer wir sind, nicht was wir tun!

Für uns ist es eine zweifache Einladung:

  • noch bewusster ein Leuchten in die Augen anderer zu bringen indem wir ihnen zeigen, dass wir gerne mit ihnen zusammen sind.
  • das Leuchten in Gottes Augen zu erhöhen indem wir Zeit mit ihm verbringen und ihm zeigen, dass auch wir uns über ihn freuen.

Wann hast du das letzte Mal den Herrn mit leuchtenden Augen angesehen, dich an seinem Jubel über dich gefreut und zurück gejubelt?

Fußnoten:

1 Durch das “Life Model: Living from the heart Jesus gave you” vom Shepherd’s House, Kalifornien.
2 Diese Einsichten sind eine Kombination aus der Seelsorge und von neuesten Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft.
3 Dieses gegenseitige Anfunkeln ist fast die wichtigste Nahrung eines Babys. Sie beginnen mit diese Entwicklung mit 3 Monaten und erleben einen Höhepunkt mit 9 Monaten, wenn sie bis zu acht Stunden am Tag die Mutter anlächeln können. Wo diese freudenbezogene Bindung fehlt kommt es zu Fehlentwicklungen. Das Großartige aber ist, dass dieser Teil des Gehirns nie aufhört zu wachsen und wir darum den Mangel nachholen können – in der geborgenen Verbindung mit anderen Menschen und mit Gott.